Kollege spielt sich als Chef auf: So gehst du souverän damit um
Wenn ein Kollege plötzlich Befehle verteilt, Grenzen überschreitet und Entscheidungen an sich zieht, kostet das Energie. Ich zeige dir, warum das passiert und wie du ruhig, klar und wirksam reagierst.
Kollege spielt sich als Chef auf: Was dahinter steckt und was ich dann mache
Wenn ein Kollege sich als Chef aufspielt, geht es selten nur um Tonfall. Es geht um Kontrolle, Status und oft auch Unsicherheit. Ich kenne das: Jemand redet in Meetings drüber, gibt Anweisungen, die ihm nicht zustehen, und macht so, als hätte er mehr Verantwortung als alle anderen.
Das Problem ist nicht nur nervig. Es frisst Fokus, schafft Reibung und kann dein Team schwächen. Die gute Nachricht: Ich muss so ein Verhalten nicht schlucken. Ich kann es sauber einordnen, klar ansprechen und Grenzen setzen, ohne Drama.
Kollege spielt sich als Chef auf: Woran ich das erkenne
Bevor ich reagiere, prüfe ich die Lage. Nicht jeder, der direkt ist, spielt sich auf. Ich achte auf echte Muster:
- Ungebetene Anweisungen: Der Kollege sagt anderen, was sie zu tun haben, ohne dafür zuständig zu sein.
- Ton von oben herab: Er spricht so, als hätte er automatisch mehr Rechte.
- Einmischen ohne Rolle: Er greift in Themen ein, für die er nicht verantwortlich ist.
- Entscheidungen über andere hinweg: Er tut so, als könne er Vorgaben machen.
- Status-Gehabe: Er betont ständig, wie wichtig seine Meinung ist.
Wenn das einmal passiert, ist es vielleicht ein Ausrutscher. Wenn es regelmäßig passiert, ist es ein Muster. Und dann muss ich handeln.
Warum ein Kollege sich als Chef aufspielt
Ich gehe nicht direkt von Bosheit aus. Oft steckt etwas anderes dahinter. Das macht das Verhalten nicht besser, aber verständlicher.
- Unsicherheit: Manche Menschen kompensieren fehlende Sicherheit mit Dominanz.
- Anerkennungsdruck: Sie wollen wichtig wirken, weil sie sich sonst übersehen fühlen.
- Unklare Rollen: Wenn Zuständigkeiten schwammig sind, nutzen manche das aus.
- Schlechte Vorbilder: Wer selbst autoritäre Führung erlebt hat, kopiert das Muster.
- Ego: Manche wollen einfach kontrollieren.
Ich muss die Ursache nicht lösen. Ich muss nur wissen: Das Verhalten ist das Problem, nicht meine Wahrnehmung.
Was ich sofort mache, wenn ein Kollege sich als Chef aufspielt
Ich bleibe ruhig. Nicht klein. Nicht laut. Ruhig und klar. Genau da liegt die Wirkung.
1. Ich stoppe das Verhalten direkt
Ich warte nicht tagelang. Ich spreche es im Moment an, wenn es passt. Kurz. Sachlich. Ohne Angriff.
Beispiele:
- „Ich kläre das mit der zuständigen Person.“
- „Das entscheidest nicht du, das geht über [Name/Rolle].“
- „Bitte gib keine Anweisungen in meinem Bereich.“
Ich erkläre mich nicht zehn Minuten lang. Ich setze eine Grenze.
2. Ich mache die Zuständigkeit sichtbar
Viele Machtspielchen leben von Unklarheit. Deshalb benenne ich sauber, wer was entscheidet.
- Wer ist fachlich zuständig?
- Wer gibt Prioritäten vor?
- Wer informiert wen?
- Wer trifft die finale Entscheidung?
Wenn nötig, kläre ich das schriftlich im Team oder mit der Führungskraft. Klarheit schlägt Show.
3. Ich dokumentiere Vorfälle
Wenn das Verhalten wiederholt passiert, notiere ich Datum, Situation, Wortlaut und Wirkung. Nicht für Drama. Für Fakten.
Warum? Weil ich dann nicht mit Gefühl argumentiere, sondern mit Beispielen. Das macht jedes Gespräch stärker.
Kollege spielt sich als Chef auf: So spreche ich das an
Ich gehe in das Gespräch nicht mit Vorwürfen, sondern mit Beobachtungen. Das ist deutlich effektiver.
Ich nutze diese Struktur:
- Beobachtung: „In dem Meeting hast du X gesagt.“
- Wirkung: „Das kam bei mir so an, als würdest du Entscheidungen für meinen Bereich treffen.“
- Grenze: „Das möchte ich nicht. Bitte sprich solche Punkte vorher mit mir ab.“
Das ist direkt, aber nicht unnötig hart. Ich greife die Person nicht an. Ich korrigiere das Verhalten.
Was ich nicht mache
Wenn ein Kollege sich als Chef aufspielt, ist es leicht, in schlechte Reaktionen zu rutschen. Das bringt mich aber nicht weiter.
- Ich mache kein passiv-aggressives Spiel daraus.
- Ich ziehe das Thema nicht unnötig vor dem ganzen Team breit.
- Ich lasse mich nicht in endlose Diskussionen ziehen.
- Ich spiele nicht selbst den Gegen-Chef.
Mein Ziel ist nicht, zu gewinnen. Mein Ziel ist, Arbeitsfähigkeit herzustellen.
Wenn das Verhalten im Team weitergeht
Wenn der Kollege nach meiner klaren Ansprache weitermacht, eskaliere ich sachlich. Nicht emotional. Sachlich.
Dann rede ich mit der Führungskraft oder mit HR, wenn es im Unternehmen üblich ist. Ich bringe konkrete Beispiele mit. Keine Vermutungen, keine Geschichten.
Hilfreich sind diese Punkte:
- Was ist genau passiert?
- Wie oft ist es passiert?
- Welche Auswirkung hatte es auf die Arbeit?
- Was habe ich bereits gesagt oder versucht?
So wirke ich nicht wie jemand, der sich beschwert. Ich wirke wie jemand, der ein echtes Problem lösungsorientiert meldet.
Kollege spielt sich als Chef auf: Wie ich mich innerlich nicht klein mache
Solche Leute testen Grenzen. Wenn ich unsicher bin, merken sie das sofort. Deshalb arbeite ich auch an meiner Haltung.
- Ich kenne meine Rolle.
- Ich muss mich nicht rechtfertigen, wenn ich im Recht bin.
- Ich darf klar sein, ohne unfreundlich zu sein.
- Ich muss niemandem Respekt durch Unterordnung zeigen.
Das ist der Punkt: Stärke ist nicht Lautstärke. Stärke ist Klarheit unter Druck.
Konkrete Sätze, die ich nutzen kann
Wenn ich schnell reagieren muss, helfen mir einfache Sätze. Kein Gelaber.
- „Dafür bin ich zuständig.“
- „Bitte klär das mit [Name/Rolle].“
- „So stimmen wir das nicht ab.“
- „Ich nehme deinen Punkt auf, entscheide das aber mit der zuständigen Stelle.“
- „Bitte bleib in deiner Rolle.“
Wichtig: Ich sage das ruhig. Nicht als Angriff, sondern als Grenze.
Wann ich Hilfe hole
Wenn der Kollege nicht nur nervt, sondern systematisch blockiert, manipuliert oder respektlos wird, hole ich Unterstützung. Das gilt besonders, wenn:
- er andere öffentlich kleinmacht,
- er deine Arbeit sabotiert,
- er Entscheidungen wiederholt übergeht,
- das Klima im Team dadurch kippt.
Dann ist das kein persönliches Problem mehr. Dann ist es ein Führungsproblem. Und das gehört adressiert.
Hilfreiche Ressourcen
Wenn du Rollen, Rechte und Kommunikation im Arbeitskontext besser verstehen willst, helfen dir diese offiziellen und neutralen Seiten:
Fazit: Kollege spielt sich als Chef auf
Wenn ein Kollege sich als Chef aufspielt, brauche ich keine perfekte Antwort. Ich brauche klare Grenzen, ruhige Sprache und saubere Fakten. Ich stoppe das Verhalten früh, kläre Zuständigkeiten und eskaliere nur dann, wenn es nötig ist. So schütze ich meine Arbeit, mein Standing und mein Team.
Kollege spielt sich als Chef auf ist kein Zustand, den ich hinnehme. Ich spreche es an, setze Grenzen und lasse mich nicht in eine Rolle drängen, die ihm nicht gehört.
Weitere Beiträge
Ausstand geben: Tipps, Ideen und wichtige Überlegungen
vor 2 Monaten
Einladung zum Ausstand: Die perfekte Einladung gestalten
vor 6 Monaten