Gehaltserhöhung nach Elternzeit: Rechte und Möglichkeiten
Die Rückkehr aus der Elternzeit ist für viele Arbeitnehmer:innen ein entscheidender Zeitpunkt. In diesem Artikel beleuchten wir, welche Möglichkeiten für eine Gehaltserhöhung bestehen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten sind.
1. Kann ich eine Gehaltserhöhung nach der Elternzeit verlangen?
Nach der Elternzeit haben viele Arbeitnehmer:innen das Gefühl, ihren Wert im Unternehmen neu verhandeln zu müssen, insbesondere wenn sie während der Abwesenheit neue Fähigkeiten erworben oder relevante Erfahrungen gesammelt haben. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie ein Anrecht auf ein faires Gehalt haben und Ihre Arbeit weiterhin angemessen entlohnt werden muss.
2. Vorbereitungen für das Gespräch
Um erfolgreich um eine Gehaltserhöhung nach der Elternzeit zu bitten, sollten Sie angemessen vorbereitet sein. Hier sind einige Schritte zur Vorbereitung:
- Marktanalyse: Stellen Sie fest, wie viel andere Fachleute mit vergleichbaren Positionen und Qualifikationen verdienen. Online-Tools und Gehaltsportale können Ihnen helfen, einen aktuellen Marktwert zu bestimmen.
- Leistungen und Erfolge: Dokumentieren Sie Ihre Erfolge während Ihrer vorherigen Anstellung sowie eventuell absolvierte Weiterbildungen während der Elternzeit. Diese Informationen sind entscheidend, um Ihren Wert für das Unternehmen zu untermauern.
- Planen Sie das Gespräch: Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch. Ideal ist es, dies in einem ruhigen Moment, etwa nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten, zu tun.
3. Rechtliche Grundlagen
Ein Anrecht auf eine Gehaltserhöhung nach der Elternzeit besteht nicht automatisch, aber rechtliche Rahmenbedingungen können Ihre Verhandlungsposition stärken. Die Grundsätze des Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) können Ihnen helfen, Diskriminierung aufgrund Ihrer Elternzeit zu vermeiden. Wenn Sie nachweisen können, dass Ihr Gehalt während Ihrer Abwesenheit geringer geblieben ist als das von Kolleg:innen, die nicht in Elternzeit waren, haben Sie möglicherweise eine stärkere Verhandlungsbasis.
4. Die Durchführung des Gesprächs
Im Gespräch selbst ist es wichtig, klar und selbstbewusst aufzutreten. Hier einige Tipps, um das Gespräch effektiv zu gestalten:
- Seien Sie konkret: Statt „Ich hätte gerne eine Gehaltserhöhung“ sollten Sie konkrete Zahlen und Prozentwerte nennen.
- Gegenseitiges Verständnis: Seien Sie offen für die Perspektive Ihres Arbeitgebers und hören Sie zu. Manchmal gibt es Budgetbeschränkungen oder andere Faktoren, die eine sofortige Erhöhung erschweren.
- Alternativen anbieten: Wenn eine Gehaltserhöhung nicht möglich ist, können auch andere Optionen, wie variable Vergütung, Weiterbildungsangebote oder flexible Arbeitszeiten, zur Sprache kommen.
5. Auswirkungen auf die Karriere
Eine Gehaltserhöhung nach der Elternzeit kann nicht nur Ihre finanzielle Situation verbessern, sondern auch Ihre Karriere langfristig positiv beeinflussen. Es signalisiert, dass Sie wertvoll für das Unternehmen sind und bereit sind, neue Herausforderungen zu meistern.
6. Nach dem Gespräch
Egal, ob das Ergebnis positiv oder negativ ausfällt, es ist wichtig, eine konstruktive Einstellung beizubehalten. Bei einer positiven Entscheidung sollten Sie sich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken und im Gegenzug Ihre Leistungen zusichern. Bei einer Absage sollten Sie um Feedback bitten, um zu verstehen, welche Bereiche Sie verbessern können. Dies zeigt Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
7. Fazit
Eine Gehaltserhöhung nach der Elternzeit ist möglich, erfordert jedoch Vorbereitung und das richtige Vorgehen. Informieren Sie sich über die Marktverhältnisse, dokumentieren Sie Ihre Erfolge und gehen Sie selbstbewusst in das Gespräch. Auch wenn eine Gehaltserhöhung nicht garantiert ist, können Sie durch diese Schritte Ihre Verhandlungsposition stärken. Denken Sie daran, dass Ihre Rückkehr aus der Elternzeit auch eine Gelegenheit ist, Ihre Karriere neu zu gestalten und Ihre Position im Unternehmen zu festigen.
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